Die Herrengilde Oberwaltersdorf wurde am Faschingsdienstag 1972 gegründet.

Wir sind ein unpolitischer, überparteilicher Gesellschaftsverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, altes Brauchtum und Kulturgut im Ort aufrechtzuerhalten. Eine Vereinigung von aktiven Männern, deren Ziel es ist, das historische und kulturelle Erbe zu wahren, aber auch Geselligkeit und Frohsinn zu ihrem Recht kommen zu lassen. Helfen wo nötig und möglich und der Gemeinschaft freiwillig zu dienen, ist das vornehmste Ziel der Herrengilde. 

Neben den Projekten die im laufe der letzten vierzig Jahren immer wieder von uns in Angriff genommen wurden, sind  natürlich die Faschigssitzungen eine sich jährlich wiederholende Herausforderung, der wir uns immer wieder gerne stelle

Wie alles begann…

Die Gründungsmitglieder

Bildschirmfoto-2014-10-27-um-16.01.48Sitzend v.l.nach rechts:Johann Koller, Dir. Matthias Wukovits, Karl Wolf, Josef „Pepi“ Hanacek, Stehend: Josef Auer, Peter Wallner, Alois Graf, Johann Geher, Franz Graf, Kurt Graf, Franz Mitter, Fritz Bartmann.

Die Gründungsgeschichte.

cache_2420039742196bDie Greißlerei Schöny

Einige Oberwaltersdorfer können sich noch an dieses Lebensmittelgeschäft mit angeschlossener Menagerie erinnern: die Greißlerei von Ernst Schöny in der Fabrikstraße. Vorne wurden Lebensmittel verkauft und im großen Innenhof ging er seinem Hobby nach. Er züchtete Wellensittiche, und auch so manch anderes Tier fand bei ihm sein „Gnadenbrot“.

Unweit davon in der Hauptstraße befand sich das Geschäft der Familie Geher, modern eingerichtet. Bei der Wursttheke haben sich morgens die Kinder, so sie sich´ s leisten konnten, die überaus beliebten Wurstsemmerl mit Gurkerl abgeholt. Aber das sind Jugenderinnerungen, die nur am Rande mit der Gründung der Herrengilde zu tun haben.

Hans Geher, der Patron, immer schon ein Schelm, kam auf die Idee, am Faschingdienstag ein „Wellensittich-Pastetenessen“ beim Konkurrenten anzukündigen.

Schnell fanden sich einige Herren, die – noch vom Faschingmontag-Feiern in heiterer Stimmung – ihren Riesenhunger (nein, es kam kein Vogel zu Schaden) stillten.

Sogleich wurde beschlossen, die nächste Gastwirtschaft aufzusuchen. Der damalige Hauptschuldirektor Matthias Wukovits enterte sein Auto und weigerte sich standhaft dieses zu verlassen, rasch war eine Lösung dieser Situation gefunden: Schlüssel abziehen und schieben. Nicht genug damit, dass diese Karawane schon einem Faschingsumzug glich, sicherte der Postenkommandant von Trumau, Insp. Hajtmanek, die illustere Gesellschaft mit Blaulicht voraus fahrend ab.

Nachdem die fröhliche Runde unter Polizeischutz durch Teile des Ortes „gezogen“ war, wurde bei Lena Koiser eingekehrt. (Der Heurige der Familie Koiser lag in der Pfarrgasse und musste später der B210 weichen.)

So manches Achterl wurde geleert, Lieder wurden gesungen, musikalisch begleitet vonJosef „Pepi“ Hanacek, der neben der Musik einem weiteren Hobby nachging: Er war berühmt für seine böhmischen Witze, die er ausführlich zum Besten gab.

Die Stimmung stieg, es muss ein unglaublicher Tag gewesen sein, noch beim Heurigen wurde beschlossen, die Herrengilde zu gründen.

Das war die Geburtsstunde der Herrengilde, mit der Aufgabe, jeden Faschingdienstag zu feiern und die Bevölkerung bei diesen „Feierlichkeiten“ einzubeziehen. (RFB)