Juppi Juppi Owado

By 8. November 2014 Allgemein No Comments
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JUPPI- JUPPI- OWADO!

oder wie und wann die Herrengilde Oberwaltersdorf zu ihrem Gilderuf kam.

 

Im Jahr 2012 wurde von Josef „Sepp“ Auer, einem unserer Gründungsmitglieder, auf einer Sitzung angeregt, nach 40 Jahren endlich einen Gilderuf zu verabschieden. Bis dahin waren wir die einzige Gilde ohne Ruf. Da wir, die Herrengilde, keine reine Faschingsgilde sind, wurde die Anregung „freundlich“ aufgenommen, aber nichts beschlossen. Dies änderte sich schlagartig, als beim Narrenwecken 2013 in Hainburg eine Redakteurin des ORF Niederösterreich unserem Vizepräsidenten Gerhard Graf das Mikrofon vor die Nase hielt und fragte: „Wie ist der Gildenruf der Herrengilde Oberwaltersdorf“? Gerhard Graf, nicht verlegen, stimmte den von Sepp empfohlenen Ruf an. Dies darf als die Geburtsstunde unseres Gildenrufs angesehen werden

Aber was ist ein „Juppi“?

Bei dem „Juppi“ handelt es sich um die Großtrappe (Otis tarda), sie zählt zu den schwersten flugfähigen Vogelarten der Welt. Männchen werden bis zu 16 kg schwer und haben eine Körperlänge von etwa 105 Zentimetern, das Weibchen ist nur halb so groß und bis zu 5,3 Kilogramm schwer. Mit der Aufgabe der Dreifelderwirtschaft sank auch für die Großtrappe die Vielfalt des Nahrungsangebotes. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Errichtung von Freileitungen (Mittel- und Hochspannungsleitungen) in der Neuzeit, besonders ab Mitte des 19. Jahrhunderts, setzten starke Bestandsrückgänge auf dem Kontinent ein, und zahlreiche Populationen erloschen. In unserer Gegend sind die Vögel vermutlich in den 40er-Jahren ausgestorben. In Österreich gibt es einen Bestand von rund 200 (2008) Tieren. Hier mehr

 

Was sind Juppi-Jäger?

Unsere Urgroßväter haben sich einen Spaß gemacht: Neu in unser Dorf Zugezogene wurden animiert, „Juppis“ als Einstand zu fangen“. Eingeredet wurde den Armen, sich mit einem Erdäpfelsack, Kukuruz und einer Lampe nebst Kerze zu „bewaffnen“ und sich nachts auf Feldern, vornehmlich Weinfeldern, zu postieren. Die Zusage der Einheimischen war, den „Jägern“ den „Juppi“ zuzutreiben. Aber weit gefehlt: Die „Treiber“ saßen im Dorfwirtshaus und haben auf das Wohl und die Rechnung der Unglücklichen getrunken.

Herzlicher Dank an Kurt Graf und Sepp Auer, die mir die Geschichte vom „Juppi Fangen“ nahe gebracht haben.

Und Euch allen ein herzliches JUPPI- JUPPI- OWADO! (rfb)